07.12.2010
Die Ergebnisse des Programme for International Student Assessment (PISA) sind heute in Berlin vorgestellt worden. Im Vergleich zu den drei vorhergehenden PISA-Studien hat sich die Lesekompetenz der Schüler in Deutschland verbessert. Insgesamt liegt Deutschland international im OECD-Durchschnitt. Der Abstand zu Spitzenländern wie Finnland und Kanada ist nach wie vor groß – und die Bildungschancen in Deutschland sind nach wie vor ungleich.
Die heute vorgestellten Ergebnisse beziehen sich auf die 2009 durchgeführte vierte PISA-Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). An den Schulleistungstests haben etwa eine halbe Million Schüler 15-jähriger Schüler in 65 Ländern (34 OECD-Mitgliedsstaaten und 31 weitere Länder) teilgenommen. Schwerpunkt der Untersuchung war die Lesefähigkeit der Schüler, zudem wurden Kenntnisse in Mathematik und Naturwissenschaften überprüft.
Nach Angaben der OECD hat sich die Lesefähigkeit der Schüler verbessert, allerdings liegt Deutschland trotz Verbesserung nur im OECD-Durchschnitt. Besonders hervorgehoben wird, dass deutsche Schülerinnen und Schüler vor allem im Teilbereich Reflektieren und Bewerten deutliche Schwächen zeigen.
Maßgeblich geprägt werden die Schulleistungen durch den sozio-ökonomischen Hintergrund von Schulen und Familien. Über 100 PISA-Punkte Unterschied kann der Leistungsabstand betragen, wenn zwei Schüler mit ähnlichem familiären Hintergrund auf Schulen mit günstigem oder ungünstigem Umfeld gehen. Die Lesefähigkeiten von Mädchen sind nach wie vor besser als die von Jungen – der Abstand von 40 PISA-Punkten (etwa der Lernfortschritt eines Schuljahres) entspricht dem OECD-Durchschnitt. Schüler mit Migrationshintergrund schneiden um 56 PISA-Punkte schlechter ab als gleichaltrige Einheimische. 2000 betrug der Abstand noch 84 PISA-Punkte.
„Deutschland ist einer der wenigen OECD-Staaten, dessen Bildungssystem sich im Verlauf von zehn Jahren PISA durchgängig positiv entwickelt hat“, zieht Professor Eckhard Klieme vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) Bilanz. „Das Leistungsniveau der Fünfzehnjährigen konnte 2009 im internationalen Vergleich erhöht werden und bei den Bildungschancen hat Deutschland deutlich aufholen können“, fasst Klieme die Ergebnisse des Forschungskonsortiums zusammen, das unter der Federführung des DIPF die PISA-Studie 2009 für Deutschland durchgeführt hat.
Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan bewertete die Ergebnisse positiv: „Die Ergebnisse der PISA- Studie zeigen einen klaren Aufwärtstrend. Gerade im Vergleich zu anderen Ländern hat sich Deutschland über die Jahre kontinuierlich verbessert und liegt inzwischen in vielen Bereichen über dem OECD-Durchschnitt. In unser Bildungssystem ist eine positive Dynamik gekommen. Der Einsatz aller an Bildung Beteiligten hat sich gelohnt. Wir werden diesen Weg konsequent fortsetzen."
Weitere Infos:
DIPF - PISA 2009